Corona-Krise: Bundes- und Länderförderer starten Hilfsprogramm für die Film- und Medienbranche

Die Corona-Krise stellt die gesamte Film- und Medienbranche vor existenzielle Herausforderungen. Um die Branche mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bestmöglich zu unterstützen, haben die Bundes- und Länderförderer ein gemeinsames Hilfsprogramm mit Maßnahmen für die Bereiche Produktion, Verleih und Kino entwickelt, das schnell und unbürokratisch umgesetzt werden soll.

Das Hilfsprogramm umfasst ein Gesamtvolumen von 15 Mio. Euro und wird gemeinsam getragen von den Länderförderern FilmFernsehFonds Bayern (FFF), Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), Film- und Medienstiftung NRW (FMS), HessenFilm, Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG), Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), nordmedia sowie der Filmförderungsanstalt (FFA) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit DFFF, Kultureller Filmförderung, GMPF.

Das Hilfsprogramm bezieht sich auf von verschiedenen Fördereinrichtungen gemeinsam geförderte Projekte und soll dort greifen, wo alle anderen im Kontext der Corona-Krise ergriffenen Hilfsmaßnahmen und Förderprogramme des Bundes und der Länder nicht in Anspruch genommen werden können. Das Hilfsprogramm tritt mit Veröffentlichung in Kraft.

Anhang zur FFA Pressemeldung vom 27. März 2020

Hilfsprogramm der Bundes‐ und Länderförderer für die Film‐ und Medienbranche. Die Bundes‐ und Länderförderer haben ein gemeinsames Hilfsprogramm für in der Regel gemeinschaftlich geförderte Projekte mit Maßnahmen in den Bereichen Produktion, Verleih und Kino entwickelt. Das Hilfsprogramm tritt mit Veröffentlichung in Kraft und umfasst folgende Maßnahmen:

Im Bereich Produktion

  • Hilfen für Projekte mit geplantem Produktionsbeginn bis zum 30.06.2020, für die bis zum 18.03.2020 bereits eine schriftliche Förderzusage bzw. ein Bewilligungsbescheid vorlag.
  • Verzicht auf Rückforderung bereits ausgezahlter, zweckgemäß verausgabter Mittel bei pandemie‐bedingtem Abbruch der Dreharbeiten
  • Sonderhilfen für Mehrkosten bei pandemie‐bedingter Unterbrechung und Verschiebung von Dreharbeiten
  •  Mehrkostenförderung als bedingt‐rückzahlbares zinsloses Darlehen, Nachbewilligungen der BKM werden als Zuschüsse ausgereicht
  • (Teil‐)Verzicht auf Eigenanteil im begründeten Fall
  • Regionaleffekte auf Mehrkostenförderung nur soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll
  • Zur Finanzierung der Maßnahmen wird ein virtueller Fonds in Höhe von 10 Mio. Euro
    gebildet werden, zu dem Bundes‐ und Länderförderer anteilig beitragen.
  • Die Mehrkosten können bis zu 30% der ursprünglich kalkulierten, anerkennungsfähigen
    Herstellungskosten des deutschen Produzenten gefördert werden. Die Berechnungsgrundlage erfolgt unter Abzug der anteiligen Senderbeteiligung. Die Förderung der Mehrkosten werden die projektbeteiligten Förderer in der Regel bis max.30% ihrer ursprünglichen Fördersumme tragen.
  • Allen projektbeteiligten Förderern ist zeitgleich ein gleichlautender Antrag vorzulegen.
    Der Hauptländerförderer wird für die anderen beteiligten Länderförderer eine
    Plausibilitätsprüfung der Mehrkosten vornehmen. Die Auszahlung erfolgt in zwei Raten,80 % nach Plausibilitätsprüfung und 20 % nach Prüfung der Schlussabrechnung.
  • Sperrfristen sollen reduziert werden können, wenn die Partner hierüber Einvernehmen erzielen.

Quelle:
FFA-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | presse@ffa.de
Filmförderungsanstalt | German Federal Film Board
Große Präsidentenstraße 9 | 10178 Berlin

FFA-Referenzförderung: Antragsschluss 31. Januar 2020

Berlin – Produzent*innen und Verleiher*innen, die für 2019 Referenzmittel beantragen wollen, müssen ihre Unterlagen bis zum 31. Januar 2020 bei der FFA im Online-Antragsportal für die Zuerkennung von Referenzfördermitteln eingereicht haben. Dies betrifft die Referenzförderung für Lang- und Kurzfilme sowie die Absatzförderung (Verleih). Anträge, die der FFA zu diesem Termin nicht vorliegen, können erst wieder 2021 bei der Ausschüttung der Referenzmittel für 2020 berücksichtigt werden. Für eine eventuelle Zweit- oder Drittteilnahme können Produzent*innen und Verleiher*innen weitere Zuschauer oder Preise im Online-Portal direkt melden oder sich ggf. nachträglich mit Ihrem Film registrieren, sofern sie insgesamt mehr als 10.000 Referenzpunkte aus noch nicht gemeldeten Zuschauer- und Festivalerfolgen erreicht haben.

Bei der Referenzkurzfilmförderung ist besonders zu beachten, dass die Anträge auf Zuerkennung von Kurzfilmen mit Fertigstellungstermin aus dem Jahr 2017 bis spätestens 31. Dezember 2019 zu stellen sind, um letztmalig an der Referenzförderung teilnehmen zu können. Für alle anderen Fertigstellungstermine gilt der 31.Januar 2020 als spätmöglichster Einreichtermin.

Referenzfilmförderung Produktion: https://ffa-ref-film.ffa.de
Referenzverleihförderung: https://ffa-ref-absatz.ffa.de
Kurzfilmförderung: https://ffa-ref-kurzfilm.ffa.de

Das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Antragsformular muss im Original an die FFA geschickt werden:
Filmförderungsanstalt, z.H. Karin Pennartz, Große Präsidentenstraße 9, 10178 Berli

Call for Participation: Books on Revolution

Zum vierten Mal findet der Fokus: Film Networking Tag „A Book is a Film is a Game“ auf der Frankfurter Buchmesse statt. Am Freitag, 18. Oktober 2019, steht im THE ARTS+ Salon in Halle 4.1. alles im Zeichen der filmischen Umsetzung literarischer Stoffe sowie den aktuellen Trends im Bereich Bewegtbild. Experten aus der Verlags- und Filmwelt, aus Gaming und neuen Medien treffen sich zu spannenden Workshops und Vorträgen. Teilnehmer des Fokus: Film Networking-Days erwartet ein vielseitiges Programm mit Best-Case-Studies, Panels und Matchmaking-Sessions. Der Eintritt für den Networking-Tag ist im Fachbesucherticket von THE ARTS+ inkludiert, die kostenfreien Anmeldungen für die einzelnen Sessions sind ab September möglich.

Einer der wichtigsten Programmpunkte ist das Pitching-Event, das in diesem Jahr unter dem Thema „Books on Revolution / Revolutionary Books Appropriate for Adaptation“ steht, angelehnt an der diesjährigen CREATE YOUR REVOLUTION Kampagne der Frankfurter Buchmesse.

Bis zum 3. September 2019 können Verlage, Agenturen, Autorinnen und Autoren ihre „revolutionären“ Bücher, die sich als Filmstoff eignen würden, einreichen. Acht werden ausgewählt und beim Networking-Day am 18. Oktober 2019 „gepitcht“.

Moderiert von Syd Atlas, werden die ausgewählten Bücher im Gespräch präsentiert, im anschließenden Get-Together haben dann die anwesenden Filmproduzentinnen und -produzenten die Chance, mit den Filmrechteinhaber*innen, Verleger*innen und Literaturagent*innen ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren, welche Bücher den Stoff bieten, aus dem erfolgreiche und revolutionäre Filmträume werden können.

Die Bewerbungsunterlagen finden Sie hier: https://www.buchmesse.de/highlights/theartsplus/fokus-film#10389
Bei Fragen rund um die Teilnahme am Networking-Tag „A book is a film is a game“ wenden Sie sich bitte an Bettina Back, film@buchmesse.de

Das Pitching-Event findet in Kooperation mit SCELF und dem Institut français statt.

Quelle: Frankfurter Buchmesse (zum Thema)

August-Entscheidungen zum Förderprogramm Filmerbe

Berlin – „Kurz und schmerzlos“, Fatih Akins erster, und „Tiefland“, Leni Riefenstahls letzter Spielfilm, Sönke Wortmanns Kassenschlager „Das Superweib“, wiederentdeckte Dokumentarfilme des Bauhaus-Schülers Alfred Ehrhardt und „KLK an PTX – Die rote Kapelle“, einer der wenigen 70-mm-DEFA-Filme – das sind nur einige Highlights unter den Filmen, deren Restaurierung und Digitalisierung die Gremien des neuen Förderprogramms Filmerbe jetzt beschlossen haben.

Bei den Sitzungen des Gremiums Konservatorisches Interesse am 22. August und des Gremiums Kuratorisches Interesse am 23. August und durch die Entscheidungen des FFA-Vorstands nach Auswertungsinteresse wurden für die Restaurierung und Digitalisierung von insgesamt 36 Spielfilmen, 22 Dokumentationen, 16 Experimentalfilmen, zwei Kurzfilmen und einem Kinderfilm bis zu 2.012.018,36 Euro zugesagt.

Das Förderprogramm Filmerbe ist Anfang 2019 gestartet und stellt für die nächsten zehn Jahre bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, die zu gleichen Teilen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Ländern und der Filmförderungsanstalt FFA aufgebracht werden.

Quelle: FFA Newsletter

Erstmals Erfolgsvergütungen für die Synchronbranche ausgehandelt

Bundesverband Schauspiel (BFFS), Bundesverband Synchronregie und Dialogbuch (BSD), Bundesverband Regie (BVR) und ver.di schließen Vergütungsregel mit Constantin Film und Studiocanal ab und sichern damit Synchronkreativen erstmals eine Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg von Produktionen – ein Novum in der Synchronbranche. 

Berlin, 21. August 2019 – Verhandlungen erfolgreich beendet: Constantin Film und Studiocanal beteiligen Synchronschauspieler, Synchronregisseure und Dialogbuchautoren rückwirkend zum 1. Januar 2019 am wirtschaftlichen Erfolg der von den Verleihern synchronisierten Filme und Serien. Damit wurde für die Synchronbranche das erste Mal eine kollektivrechtliche Vereinbarung geschlossen. Berücksichtigt werden dabei die künftigen Verwertungen all jener Produktionen, deren reguläre Auswertung in Deutschland nach dem 28. März 2002 begann. Darauf haben sich der Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS), der Bundesverband Synchronregie und Dialogbuch (BSD), ver.di und der Bundesverband Regie (BVR) mit den Verleihern Constantin Film und Studiocanal geeinigt. Bisher wurden die Leistungen der Synchronkreativen pauschal vergütet. Eine weitere Vergütung bei wirtschaftlich besonders erfolgreichen Produktionen fand nicht statt.

„Das Ergebnis ist ein Meilenstein in der Geschichte der Synchronbranche. Endlich erhalten  wir für unsere kreativen und schöpferischen Leistungen von den Verleihern eine Beteiligung an ihrem wirtschaftlichen Erfolg, den sie mit der Verwertung der von uns synchronisierten Filmwerke erzielen“, erklärt BFFS-Vorstand Till Völger. Bislang richtet sich die Vergütungspraxis in der Synchronbranche nach dem Grundsatz des Total-Buy-Outs, also der einmaligen pauschalen Vergütung der Kreativen, unabhängig davon, ob es sich um eine besonders erfolgreiche Produktion handelt. „Mit dieser Vergütungsregel wird erstmals dem Prinzip der angemessenen Vergütung in einem Teilbereich der Branche hinreichend Rechnung getragen, das ist ein großer Erfolg“, meint Völger. „Unser Ziel ist es nun, auch mit anderen Verleihern entsprechende gemeinsame Vergütungsregeln abzuschließen und damit eine Teilhabe der Synchronkreativen am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Synchronleistungen zu sichern. Auf diese Weise können wir für alle Seiten das Maß an Rechtssicherheit weiter ausbauen“, ergänzt Bernhard F. Störkmann, geschäftsführender Justiziar des BFFS. Die Vergütungsregel betrifft allerdings ausschließlich Erfolgsfälle im Sinne des § 32a des Urheberrechtsgesetzes (UrhG). Eine Vereinbarung über eine angemessene Grundvergütung wurde nicht getroffen. „Wir werden auch weiterhin versuchen mit den Synchronproduzenten eine Verhandlungsebene zu finden, auch wenn sich die Verhältnisse dort mangels eines entsprechenden Organisationsgrades als wesentlich schwieriger darstellen“, schließt Störkmann.

Die Erträge, die über die mit den Verleihern ausgehandelte gemeinsame Vergütungsregel generiert werden, werden jeweils zum Jahresende berechnet und sodann für die Synchronschauspielerinnen und -schauspieler über die Deutsche Schauspielkasse an die Berechtigten ausgekehrt. Die Berechnung bestimmter Altproduktionen erfolgt erst nach Ablauf einzelner fest definierter Zeitabschnitte.

BFFS und ver.di haben durch den Abschluss dieser Vergütungsregel auch den Synchronkreativen einen Beteiligungsanspruch gesichert, die nicht Mitglied in ihren Gewerkschaften sind. Die Mitgliedschaft im BFFS wird bei der Berechnung der Verwaltungskosten ermäßigend berücksichtigt. Hintergrund ist, dass durch die erbrachten und noch zu erbringenden Mitgliedsbeiträge überhaupt erst die Grundlage für die gewerkschaftliche Tätigkeit und damit auch für den Abschluss dieser gemeinsamen Vergütungsregel gelegt wurde.

Die Beteiligung der Synchronschauspielerinnen und -schauspieler am wirtschaftlichen Erfolg der Produktionen erfolgt nach einem Verteilungsplan, den die gemeinsame Vergütungsregel beinhaltet.

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Quelle: BFFS Pressemitteilung